Rechtsanwalt Kuhlhoff verteidigt erfolgreich Der Schrecken des Behindertenheimes

Freundlich antwortet er, zeigt sich reumütig. Doch vor Gericht gebracht hat den 29-Jährigen seine Neigung, Mitbewohnerinnen eines Überruhrer Behindertenheimes mit seinem Exhibitionismus sexuell zu belästigen.

Allgemein / Beitrag vom: 05.01.2010

„Ich mach’ das nicht mehr“, versichert er am Dienstag Richter Bernd Koß, dem Vorsitzenden der XVII. Strafkammer. „War nicht gut“, ergänzt der laut Gutachten mittelgradig geistig behinderte Mann, der seit 1997 im Heim lebt, und schiebt eine Erklärung hinterher: „Ich hatte damals keine Freundin.“ Sechsfachen Exhibitionismus, Freiheitsberaubung und sexuelle Nötigung wirft Staatsanwältin Ka­thi Nothdurft ihm vor. Sie nennt ihn in ihrer Antragsschrift schuldunfähig und fordert, ihn wegen der Gefahr für Andere auf nicht absehbare Zeit in der geschlossenen Psychiatrie unterzubringen.

Zurzeit sitzt er in der Forensik neben dem Landgericht. Doch bis zum 31. Juli 2009 lebte er unter Betreuung in Überruhr und war dort der Schrecken des Behindertenheimes. Nicht nur, dass er seine Möbel aus dem Fenster warf und sein Hausrat am Ende aus einer Matratze bestand. Unvermittelt tauchte er zwischen 17. Mai und 31. Juli auch vor Mitarbeiterinnen und Bewohnerinnen des Heims auf, entblößte sich und manipulierte an sich herum. Einmal schloss er sich mit einer im Rollstuhl sitzenden Frau im Damen-WC ein, bedrängte sie und ging seinen üblichen Handlungen nach. Mitarbeiter befreiten sie.

Zwei Psychiater sitzen als Sachverständige im Saal. Weil der Beschuldigte schon früher durch Exhibitionismus auffiel, hatte Maren Losch ihn Anfang 2009 begutachtet. Ergebnis: Schuldunfähig, aber weitere Gefahr sei von ihm nicht zu erwarten. Dieter Oswald, der zweite Gutachter, kommt offenbar zu einem anderen Ergebnis. Beide werden ihre Gutachten aber erst an einem weiteren Prozesstag erstatten.

Zu seinen Motiven gibt der 29-Jährige selbst Auskunft. Eine Frau fand er „hübsch“, für eine andere empfand er „Hass“. Sein damaliger Heimleiter, ein 51 Jahre alter Diplom-Pädagoge, hat eine ganz andere Theorie. Der Beschuldigte habe gehofft, dass er wieder zu seiner Familie komme, wenn er oft genug auffalle: „Er dachte wohl, ich muss hier über alle Grenzen gehen und kann nach Hause.“ Die Folge ist aber auf jeden Fall eine strengere Unterbringung „Zu uns kann er nicht mehr zurück, schon wegen der Opfer“, sagt der Heimleiter. Gute Phasen gab es auch: Anderthalb Jahre lang, als er eine Freundin hatte. Und zwischen Gut und Böse könne er unterscheiden. Der Heimleiter hatte den türkischstämmigen Mann einmal gefragt, was mit ihm in Istanbul passieren würde. „Da würde die Polizei mich schlagen“, antwortete er.

Quelle: derwesten.de, Stefan Wette, 05.01.2010

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