Nach 13 Jahren: DNA Spur überführt Jewelier-Räuber

ESSEN. Vor Gericht: Ein Mann, der vor 13 Jahren einen Juwelier in Holsterhausen überfallen haben soll. Die DNA-Spur tauchte vor einem Jahr zufällig auf.

Allgemein / Beitrag vom: 01.10.2018

13 Jahre lang sah es so aus, als ob der Überfall auf einen Holsterhausener Juwelier als ungeklärter Fall in die Geschichte eingehen sollte. Jetzt gibt es doch noch einen Verdächtigen. Seit Donnerstag steht er vor Gericht.

Der Angeklagte ist 53 Jahre alt und offenbar herzkrank. Die Wachtmeister müssen ihn mit dem Fahrstuhl in die zweite Etage des Landgerichts bringen. Die Treppen sind zu anstrengend. „Ich kriege dann keine Luft“, sagt er entschuldigend.

Täter erkundigte sich nach einer Kette für seine Frau

Es war der 21. Oktober 2005, als die Inhaberin des Juweliergeschäfts Stengel auf der Gemarkenstraße überfallen wurde. Der Täter hatte sich nach einer Kette für seine Ehefrau erkundigt – angeblich für den Hochzeitstag. Dann ging plötzlich alles ganz schnell. Als sich die damals 66-Jährige kurz umdrehte, spürte sie auch schon den Lauf einer Pistole im Nacken. Sie wurde in die Werkstatt geschubst, getreten, geschlagen und mit Kabelbindern gefesselt. Dann zog ihr der Täter die goldenen Brillant-Ringe von den Fingern, nahm auch ihre Armbanduhr mit. Wahrscheinlich hätte er sich auch noch an den Vitrinen bedient. Doch plötzlich tauchte der Ehemann der Inhaberin auf. Da entschied er sich zur Flucht.

DNA-Treffer kam überraschend im März 2018

Nach der Tat hatte die Polizei zwar eine DNA-Spur an einer Perlenkette sichergestellt. Sie führte jedoch ins Nirgendwo. Weil die Juwelierin damals von einem ungepflegten Mann gesprochen hatte, waren außerdem alle Obdachlosen-Unterkünfte und einschlägigen Treffpunkte kontrolliert worden. Doch alles ohne Erfolg. Bis es im März 2018 dann doch noch einen DNA-Treffer gab.

Dem 53-Jährige war nach einer anderen Straftat eine Speichelprobe entnommen worden, die routinemäßig mit den Spuren ungeklärter Verbrechen abgeglichen wurde.

Von einem Geständnis war der Essener, der über eine Zeitarbeitsfirma zuletzt eigentlich immer gearbeitet hat, allerdings weit entfernt. Zu dem Vorwurf sagte er nur einen Satz: „Ich kann mich nicht erinnern.“

Das Problem für die Richter: Es gibt keine Zeugen mehr. Die Eheleute, die das kleine Juweliergeschäft (Perserteppich, dunkle Holzvitrinen, tiefe Sessel) geführt haben, sind beide 2012 verstorben. Auch das Geschäft gibt es schon lange nicht mehr. Mit einer Verurteilung muss der Angeklagte aufgrund der DNA-Spur allerdings trotzdem rechnen. Der Prozess wird fortgesetzt.

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