Fünf Rechtsirrtümer im Verkehrsrecht: Ihre Kanzlei aus Essen klärt auf

LintenRecht®, Allgemeines / 21. September 2020


Die meisten Menschen sind davon überzeugt, gut mit den Rechtsvorschriften und Gesetzen im Straßenverkehr vertraut zu sein. Doch genau dort gelten in einigen Fällen nicht die Regeln, von denen die meisten Verkehrsteilnehmer überzeugt sind. Da die Missachtung von Vorschriften im Straßenverkehr teure Konsequenzen haben kann, thematisieren wir von der Kanzlei Linten Rechtsanwälte aus Essen im nachfolgenden Artikel fünf häufige Rechtsirrtümer im Verkehrsrecht. Wenn Sie diese Irrtümer kennen, werden Sie sich im Straßenverkehr sicherer bewegen und auch in zahlreichen Gesprächen als Experte glänzen können.

Das Verkehrsrecht und seine Tücken

Im Verkehrsrecht kommt es oft auf Kleinigkeiten und die genauen Umstände einer Situation an. Wir gehen daher auf fünf häufige Rechtsirrtümer ein und erklären, wie die Rechtslage ist. Diese fünf Rechtsirrtümer zum Verkehrsrecht sind besonders häufig:

  • Die Nutzung der Lichthupe ist Nötigung
  • Sie dürfen auf keinen Fall rechts überholen
  • Wer einem anderen Pkw auffährt, ist immer schuld
  • Radfahrer dürfen alkoholisiert Fahrrad fahren und können den Führerschein nicht verlieren
  • Wenn Sie ein Fahrzeug beschädigt haben, reicht ein Zettel mit den Kontaktdaten an der Windschutzscheibe aus

1. Die Nutzung der Lichthupe ist Nötigung

Insbesondere auf der Autobahn nutzen Autos, die auf der linken Spur fahren, die Lichthupe, um zu signalisieren, dass sie den vorausfahrenden Pkw überholen möchten und dieser die Spur frei machen soll. Oft fühlen sich vorausfahrende Autofahrer hierdurch bedrängt und sind der Meinung, dass es sich um Nötigung handle. Doch die Straßenverkehrsordnung schreibt vor, dass die Lichthupe genutzt werden darf, um einen Überholvorgang anzuzeigen. Allerdings gilt das nur für das Anzeigen des Überholvorgangs ausschließlich außerhalb geschlossener Ortschaften.

2. Sie dürfen auf keinen Fall rechts überholen

Grundsätzlich gilt in Deutschland die Regel, dass andere Verkehrsteilnehmer links zu überholen sind. Allerdings dürfen Sie in manchen Fällen, entgegen der weit verbreiteten Annahme, auch rechts überholen. In manchen Situationen müssen Sie sogar rechts überholen. Ordnet sich ein anderer Verkehrsteilnehmer beispielsweise auf der linken Spur ein, um abzubiegen, müssen Sie rechts vorbeifahren. Auch auf der Autobahn ist es erlaubt, rechts zu überholen, allerdings nur, wenn der Verkehr stockt.

3. Wer einem anderen Pkw auffährt, ist immer schuld

Ein sehr weit verbreiteter und hartnäckiger Mythos besagt, dass ein Verkehrsteilnehmer, der einem anderen Pkw auffährt, immer Schuld hat. Doch das ist nicht immer so, denn es gibt Situationen, in denen der auffahrende Verkehrsteilnehmer keine Chance hat, den Unfall zu verhindern. Klar ist, dass ein auffahrender Pkw Schuld bekommt, wenn er keinen ausreichenden Abstand eingehalten hat.
Fädelt ein anderer Pkw aber beispielsweise in eine sehr enge Lücke ein und zeigt er den Fahrspurwechsel zusätzlich nicht durch den Blinker an, so kann diesem sogar die komplette Schuld zugesprochen werden. Der auffahrende Pkw-Fahrer kann ebenfalls von der Schuld freigesprochen werden, wenn die Bremslichter des vorausfahrenden Verkehrsteilnehmers defekt waren und er daher den Bremsvorgang nicht erkennen konnte.

4. Radfahrer dürfen alkoholisiert Fahrrad fahren und können den Führerschein nicht verlieren

Auch als Radfahrer nehmen Sie am Straßenverkehr teil. Aus diesem Grund sollten Sie vor einer Fahrradfahrt keinen Alkohol konsumieren. Ab einem Wert von 0,3 Promille riskieren Sie sogar eine Strafanzeige, wenn Sie als Radfahrer einen Unfall verursachen oder aber auffällig fahren. Ab einem Wert von 1,6 Promille verlieren Sie den Führerschein, wenn Sie erwischt werden. Es spielt dabei keine Rolle, dass Sie Fahrrad gefahren sind und das Auto stehengelassen haben.

5. Wenn Sie ein Fahrzeug beschädigt haben, reicht ein Zettel mit den Kontaktdaten an der Windschutzscheibe aus

Hierbei handelt es sich um den vielleicht hartnäckigsten Irrtum im Straßenverkehr. Fast alle Verkehrsteilnehmer glauben, dass es ausreiche, einen Zettel an der Windschutzscheibe zu hinterlassen, wenn auf dem Parkplatz ein anderes Auto beschädigt wurde. Das Strafgesetzbuch regelt jedoch, dass Sie Unfallflucht begehen, wenn Sie den Tatort eines Parkplatzunfalls einfach verlassen, nachdem Sie einen Zettel mit den Kontaktdaten an der Windschutzscheibe des beschädigten Fahrzeugs hinterlassen haben.

Stattdessen sind Sie verpflichtet, eine angemessene Zeit auf den Fahrer des beschädigten Pkw zu warten. Erscheint der Fahrer nach der Wartezeit nicht, so müssen Sie die Polizei benachrichtigen. Sie können auch sofort die Polizei informieren.

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