Mobbing am Arbeitsplatz – so können Sie rechtlich dagegen vorgehen

Mobbing am Arbeitsplatz – so können Sie rechtlich dagegen vorgehen

Sind Sie an Ihrem Arbeitsplatz schon einmal gemobbt worden? 15 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland beantworten diese Frage mit Ja. Als Opfer von Mobbing sind Sie also nicht allein. Das ist allerdings nur ein schwacher Trost. Wichtig ist für Sie vor allem: Was kann ich gegen Mobbing tun? Die Antwort: Es gibt sehr viele Möglichkeiten, um sich in dieser unangenehmen Situation zu behaupten, Mobbing zu stoppen und Ansprüche durchzusetzen. Das Recht steht Ihnen dabei zur Seite. Linten Rechtsanwälte vertritt Sie als Mobbing-Opfer.

Was ist überhaupt Mobbing?

Mobbing gibt es wohl schon so lange, wie es die Arbeitswelt gibt. Der Begriff selbst ist relativ neu und hat sich erst gegen Ende des 20. Jahrhunderts als Kurzbezeichnung für ein soziologisches Phänomen etabliert: das systematische und fortgesetzte Schikanieren einer Person, insbesondere am Arbeitsplatz.

Auch im Arbeitsrecht spielt Mobbing eine immer wichtigere Rolle. Im Jahr 2001 hat das Landesarbeitsgericht Thüringen (5 Sa 403/00) erstmals eine rechtliche Definition für Mobbing aufgestellt. Die Erfurter Richter zählen dazu Diffamierungen, Anfeindungen und Schikanen, aber auch andere negative Verhaltensweisen, die ein rechtlich nicht gedecktes Ziel haben (zum Beispiel jemanden zur Kündigung zu drängen). Die Rechte des Betroffenen werden dabei empfindlich verletzt. Zu diesen Rechten gehören zum Beispiel das Persönlichkeitsrecht, die Ehre, aber auch die Gesundheit. Gerade die psychische Gesundheit ist bei vielen Mobbing-Opfern beeinträchtigt.

Mobbing ist ein facettenreiches Phänomen. Einzelne Handlungen, die noch kein systematisches Ausmaß erreichen, fallen nicht unter den Begriff Mobbing. Andererseits ist es auch nicht erforderlich, dass das Mobbing auf einem ausgeklügelten Plan beruht. Mobbing liegt aber spätestens dann vor, wenn die einzelnen Handlungen vermehrt auftreten und ein System zu erkennen ist. Zu diesen einzelnen Handlungen gehören zum Beispiel:

  • das Vorenthalten von Informationen,
  • der Ausschluss von wichtigen Terminen,
  • Beleidigungen oder Belästigungen am Arbeitsplatz, aber auch in sozialen Medien,
  • die Übertragung sinnloser Aufgaben.

Mobbing kann für das Opfer ein fast unerträgliches Ausmaß annehmen. Wenn der Druck zu groß wird, werden auch der Alltag des Betroffenen, dessen Familie und sein Umfeld darunter leiden. Dann ist es Zeit zu handeln. Als Mobbing-Opfer sind Sie nicht wehrlos. Sie können Ihre Rechte durchsetzen. Am aussichtsreichsten ist es hierfür, professionelle juristische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Welche Ansprüche habe ich als Mobbing-Opfer?

Gerade in den vergangenen Jahren hat die Zahl der arbeitsgerichtlichen Verfahren zugenommen, in denen es um Mobbing ging. Dabei setzten die Betroffenen oft sehr erfolgreich ihre Ansprüche durch:

  • Sie haben als Arbeitnehmer grundsätzlich einen Anspruch darauf, dass Ihre Kollegen oder Ihre Vorgesetzten Mobbing-Handlungen unterlassen. Oft bewirkt schon das Inaussichtstellen einer solchen Klage, dass der oder die Mobber ihr Verhalten ändern.
  • Arbeitnehmer, die sich aktiv an Mobbing-Handlungen betätigen, können durch den Arbeitgeber abgemahnt und gekündigt werden. In Extremfällen kann er auch fristlos kündigen.
  • Denkbar ist auch das strafrechtliche Vorgehen gegen diejenigen, die sich an Mobbing-Handlungen beteiligen. Hier sind insbesondere die Tatbestände Beleidigung, üble Nachrede oder Verleumdung denkbar.
  • Soweit sich Mobbing auf Ihre Gesundheit auswirkt, können Sie auch Schadensersatz- und Schmerzensgeldansprüche gegen Mobber geltend machen.

Art und Höhe der Ansprüche auf Unterlassung, Schadensersatz oder Schmerzensgeld hängen wesentlich von der Intensität der Mobbing-Handlungen und der Beeinträchtigungen ab.

Wie gehe ich rechtlich gegen Mobbing vor?

In den meisten Mobbing-Fällen hat sich inzwischen ein stufenweises Vorgehen als erfolgreich erwiesen:

  1. Sammeln Sie Beweise für Mobbing – zum Beispiel, indem Sie in einem Tagebuch möglichst zeitnah und detailliert einzelne Handlungen dokumentieren. Gehen Sie dabei sowohl auf das objektive Geschehen wie auf die subjektive Seite ein: Wie haben sich einzelne Handlungen auf Ihre Psyche ausgewirkt? Mobbing-Tagebücher werden von den Gerichten als Beweismittel anerkannt.
  2. Suchen Sie das Gespräch mit Ihren Kollegen, mit dem Betriebsrat oder mit Ihrem Vorgesetzten, um die Situation zu klären. Dies ist allerdings nur dann möglich, wenn noch ein Vertrauensverhältnis besteht.
  3. Wenn Sie glauben, dass dieses Vertrauen nicht mehr vorhanden ist, oder wenn sich Ihre Gesprächspartner uneinsichtig zeigen, wenden Sie sich an einen auf Arbeitsrecht spezialisierten Rechtsanwalt. Er wird mit Ihnen das weitere Vorgehen besprechen. Oft lassen sich Ihre Ansprüche bereits außergerichtlich und damit zügig durchsetzen.
  4. Ist dieses Vorgehen nicht erfolgreich, steht Ihnen der Rechtsweg offen. Auch vor Gericht können Sie sich gegen Mobbing wehren oder Ihre berechtigten Ansprüche, zum Beispiel auf Schadensersatz und Schmerzensgeld, durchsetzen.

Wichtig: Jeder Mobbing-Fall ist anders. Deshalb lässt sich nicht pauschal sagen, wie Sie sich als Opfer am besten verhalten. Nehmen Sie deshalb die Beratung mit einem spezialisierten Juristen in Anspruch, um eine effektive Strategie gegen Mobbing in Ihrem individuellen Fall zu entwickeln.

Setzen Sie Ihre Rechte durch!

Das aktive Vorgehen gegen Mobbing und die konsequente Durchsetzung Ihrer Rechte ist sehr aussichtsreich. Denn die arbeitsgerichtliche Rechtsprechung ist in der Regel sehr arbeitnehmerfreundlich und gewährt Mobbing-Opfern umfangreiche Ansprüche. Bei Linte Rechtsanwälte finden Sie arbeitsrechtlich spezialisierte Juristen, die Ihr Recht auf Unterlassung, Schadensersatz, Schmerzensgeld und andere Ansprüche konsequent durchsetzen. Selbstverständlich mit absoluter Diskretion und dem dafür notwendigen Fingerspitzengefühl. Kontaktieren Sie uns, wenn Sie mehr wissen möchten.